Eigentlich schreibe ich im Moment an einem anderen Eintrag, aber gestern war so ein typischer Samstag. Das Wetter war gut und eine Gelegenheit bot sich. Der Onkel meiner Frau ist glaube ich mein Schwiegeronkel und genau dieser hatte im Garten ein Brett liegen. 4cm dick, 20cm breit und rund 150 lang. Halt so eine richtig schöne Bohle. Kurz gefragt, ob er die noch braucht und schon ging’s in die Garage.
Meine Tochter geht im August in den Kindergarten und ich wollte gerne einen ritualisierten Morgen mit ihr haben, sodass die kurze Zeit, die man morgens gemeinsam hat nicht von Kummer geprägt ist.
Dafür hatte ich ihr schon einen Jacken- und Taschenhalter gebaut, der aber wirklich nicht der Rede wert ist.

Gerne wollte ich aber auch einen festen Platz, an dem wir ihr die Schuhe anziehen. Dafür brauchen wir eine Bank.

Aus dieser noch krummen und verzogenen Fichtenbohle wollte ich nun eine winkliges „Möbel“ bauen. Dafür wollte ich direkt mal die Abrichte nutzen – Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe.
Zuerst habe ich geguckt, wie sich die Bohle biegt. Das ist meist in Richtung der Jahresringe – es gab also immer eine konkave und eine konvexe Seite. Die konkave Seite habe ich abgerichtet, da die besser auf der Abrichte liegt und nicht verwackeln kann. Danach habe ich noch die schmale Seite bearbeitet, wobei die bereit angerichtete Seite entlang eines Anschlags geführt wird.
Danach habe ich noch ordentlich Span mit dem Dickenhobel produziert, bis ich ein schönes rechtwinkliges Brett hatte

Zum Glück habe ich noch die Kapp-Zugsäge-Säge eines lieben Freundes da, welche ich für den oben erwähnten Eintrag geliehen hatte. Kurzerhand habe ich den Längenanschlag auf 30cm und den Schnittwickel auf 45 Grad eingestellt und auf beiden Seiten der Bohle etwas abgesägt.

Die fertigen Stücke habe ich anschließend mit Fachdübeln verstehen. Da nicht jeder so eine Fräse hat, schaut euch mal den Meisterdübler an. Das Teil ist auch super einfach und eher bezahlbar. Nun ja. Leim darauf, ineinander stecken und Zwingen dran – Fertig ist die Bank.
Nun muss ich warten. Der Leim trocknet gerade. Als Nächstes werde ich die Bank nochmal abschleifen und ölen. Ich hoffe, ich schaffe das vor dem nächsten Wochenende, denn eins ist mir mittlerweile klar: Die nächste Bastelei wartet ganz sicher da draußen.
Ich werde ein Update schreiben, wenn ich fertig bin.

Update Eins
So richtig super ist die Bank nicht. Ich habe wohl an der Kapp-Zugsäge etwas mehr als 45 Grad eingestellt, jedenfalls ist die Bank etwas windschief und ich werde am Wochenende die Füße nochmal absägen und neu anbauen, in der Hoffnung, dass sie dann besser steht.
Update Zwei
Am Donnerstag hatte ich etwas Zeit und habe die Bank nochmal auseinander gesägt. Die 45 Grad Schnitte habe ich mit einem Winkelmesser zwei drei mal geprüft und dann neu zusammen gebaut. Leider ging mir auf halben Weg der Leim leer. Das blöde an der Nummer war nur das meine Frau mich zwei Tage vorher gefragt hat ob ich noch genug Leim habe.
Ja, habe ich. Nein, ich brauche keinen.
Ein nun kleinlauter Mann
Also wieder ins Bauhaus und Leim kaufen. Nachdem alles getrocknet ist habe ich angefangen zu schleifen. Und jetzt sieht alles schick auch. Meine Hände kribbeln zwar immer noch vom Schleifen, aber schön fertig zu sein. Die Bank habe ich mit Druckluft noch angepustet und dann mit den alten Lappen und Leimöl eingerieben.

In diesem Sinne – Frohes Schaffen!



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