LagerregaL

Ich habe ja vor einiger Zeit geschrieben, dass ich jetzt Zugang zu einer kleinen Werkstatt habe – Traumhaft, aber was soll ich als nächstes bauen?

Vor Kurzem waren wir bei einer guten Freundin und dort sieht es immer aus wie im Einrichtungs-Hochglanzmagazin. Für meine Frau und mich war schnell klar, wir wollen auch mal was Neues an unseren Wänden um es etwas wohnlicher zumachen.

Ein Regal sollte also her. Jetzt begann die übliche Recherche. Auf etsy.com habe ich dann letztlich ein Hexagon Shelve gefunden, die wir sehr schön fanden – Das perfekte Projekt zum Selbstbauen.


Ich bin erstmal in einen Holzfachhandel gefahren und habe mich erkundigt, was ich so brauche. Mein Problem: ich hatte weder Maße noch eine genau Vorstellung. Nach einem Rundgang durchs Lager war ich mir sicher, dass ich ein dunkles Holz will und da es hier auf präzise Schnitte ankommt sollte es eine Leimholzplatte werden, da diese weniger arbeiten und meist schön gerade sind.

Im Fachhandel konnte man mir aber nur bedingt helfen, da die Platten zugeschnitten werden müssen und ich ja wie gesagt noch gar nicht über die Größe und Beschaffenheit nachgedacht hatte.

Aus einem anderen Grund war ich einige Tage später kurz im Baumarkt und während ich so durch die Gänge ging, fand ich eine Leihmholzplatte aus Kiefer für 5,80€ 200cm • 25cm • 1,8cm – Zum Testen perfekt. Ich hab kurz am Zuschnitt gehalten und habe mir das Brett der Länge nach halbieren lassen.

Mit meinen beiden Bretten bin ich dann in die Garage. Zwei Bier später war ein guter Freund da und hat mir seine Kappzugsäge geliehen. Die Metabo KGS 254 M – eine sehr nettes Gerät.


Los gehts! Den rechten Anschlag haben wir grob auf 29 cm und den Schnittwinkel auf 60 Grad eingestellt. Um den Winkel zu überprüfen haben wir erstmal ein Reststück genommen. Am besten klappt das mit einem Gradmesser. Durch einfaches Anlegen sieht man schnell ob der Winkel passt. In meinem Fall brauchte ich 5-6 Testschnitte bis ich genau 30 Grad erwischt habe.

Als kleiner Tipp, wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will, schaut man einfach mit angelegtem Gradmesser ins Licht. Sieht man zwischen Holz und Winkel einen kleinen Lichtspalt, lässt sich der Winkel noch optimieren.

Nun ist es recht simpel: einfach nur noch das Brett gegen den Anschlag schieben, durchsägen, Brett umdrehen und wieder gegen den Anschlag schieben.

Wenn man alles richtig gemacht hat, bekommt man sechs gleich große Trapeze. In jedes Trapez habe ich noch mit der Flachdübelfräse einen 20er Schlitz gefräst. Das Regal soll zwar keine Tonne an Gewicht tragen, aber da ich hier Hirnholz an Hirnholz leimen will, wollte ich auf Nummer sicher gehen.

Diese Trapeze habe ich nun flach mit der langen Seite nach oben auf die Werkbank gelegt und mit Malerklebeband verbunden. Um alles schön gerade zu verkleben habe ich ein altes Leimholzbrett mit Zwingen verspannt und die kleinen Bretter dagegen gedrückt.

Nachdem ich das Brett umgedreht habe, konnte ich die Kanten sowie die Schlitze verleimen. Meist bin ich sparsam mit Leim, da das meiste eh immer raus gedrückt wird, nur in die Schlitze gebe ich immer etwas mehr, da die Flachdübel aufquellen sollen.

Jetzt wird es wieder etwas wackelig: man klappt jetzt Stück für Stück ineinander bis das Seckseck komplett steht. Ich habe einen Spanngurt drum gewickelt um etwas Anpressdruck zu erzeugen.

Der kleine Holzkeil sorgt dafür, dass sich das Metall vom Spanngurt nicht in das weiche Holz drückt.

Das Ganze habe ich jetzt vier mal gemacht und eine Nacht in der Garage liegen lassen. Da beim Sägen die eine oder andere Kante leicht ausgerissen ist, habe ich mit einer Holzspachtelmasse aus Schnittstaub und Leim anschließend die Fügen gefüllt.

Am nächsten Morgen habe ich die Regale in der Wohnung an die Wand gehalten. Obwohl ich ja erst dunkles Holz wollte, finde ich das mit der Fichte richtig gut. Das kann also so bleiben.

Jetzt der ätzende Teil: Schleifen. Man denkt immer das geht voll schnell, aber dann dauert es doch drei Bier länger als man wollte. Ich habe die Regale erst mit 80er, dann mit 120er und zum Schluss mit 160er Schmirgelpapier bearbeitet um die Oberfläche schön glatt zu bekommen – ätzend. Zum Glück fehlt jetzt nur noch das Einölen. Dafür nutzte ich einfach Leinöl und einen alten Lappen. Wichtig ist nur, dass man den Lappen anschließed zum Trocknen flach hinlegt oder in einem Einmachglas verschließt, da diese durch einen exothermen Prozess schonmal brennen können.

Die vier Regale wollte ich eigentlich in dieser Warbenform aufhängen, aber meine Frau hat irgendetwas gesagt und jetzt will ich drei Stück nebeneinander.

Quatsch. Ich bin total zufrieden und auch super stolz. Vor allem, wenn ich mir die Kanten anschaue. Die sind echt super geworden. Ich freu mich!

In diesem Sinne – Frohes Schaffen

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