Ding Dong

Schon vor geraumer Zeit habe ich zum Kinderbett meiner Tochter einen Blogeintrag geschrieben. Als wir nach den ersten paar Tagen Testliegen sehr zufrieden waren, kamen wir durch Unfug erzählen darauf, dass wir noch eine Klingel bräuchten.


Wie immer war der erste Ansatz: kaufen – jedoch wie immer gab es nicht genau das, was ich wollte – also: Selbermachen!

Ich wollte was aus Holz und es sollte einfach nur Ding Dong machen und keine Musik spielen. Außerdem wollte ich es nicht jede Woche aufladen oder Batterien tauschen müssen.

Durch ein wenig Recherche im Internet bin ich letztlich auf die Idee gekommen das Ganze mit einem Arduino Pro Mini 3,3V zu bauen. Laut dieser Internetseite kommt man mit kleinen Umbauten, wie das entfernen der LED und den Deep Sleep Modus auf rund 50uA.


Hardware

Gut, die Aufgabe war also definiert. Jetzt musste ich heraus finden wie man mit dem Arduino Musik abspielt. Gefunden habe ich die Option des mp3 Players oder direkt das Soundfile als PCM auf dem Controller zu hinterlegen. Mp3 Player wollte ich nicht, da so der Stromverbrauch deutlich größer wird und ich ggf. Latenzen habe, wenn der Player aus dem Deep Sleep Modus aufwacht.

Ich wollte aber irgendwie nicht glauben, dass der Arduino direkt über den GPIO einen Lautsprechen ausreichend Laut treiben kann. Bei eBay habe ich diesen 8 Ohm Lautsprecher gefunden und einfach mal an den GPIO geklemmt. Wie erwartet hat das funktioniert, aber war so leise, dass es als Klingel nicht taugt.

Aber zum Glück gibt es ja Transistoren und so habe ich das Ganze nach dem unten angezeigten Bild aufgebaut. Den Basiswiderstand habe ich so mit 220Ohm angenommen und der Widerstand am Lautsprecher zur Strombegrenzung ist 100 Ohm.

Zwischen Pin2 und GND habe ich diesen Taster geplant.

Als Akku habe ich einen 18500 KEEPPOWER mit 2000mAh Li-Ion Akku genommen den ich noch in einer Schublade gefunden hatte. Jetzt kann man einfach rechnen – zumindest näherungsweise. 2000mAh/(0,05mA*24h*365 Tage) = 4,5 Jahre. Also das sollte reichen. Auch wenn mir klar ist, dass es nur ein theoretischer Wert ist und die Akkus nie so viel mAh haben wie angegeben und da noch nicht der Stromverbrauch vom Klingeln eingerechnet ist. Aber mal ehrlich, selbst wenn ich mich um 50% verrechnet habe, reicht mir das an Lebensdauer.

Da die Hardware fertig ist, kommt nun die


Software

Im Wesentlichen habe ich erstmal eine freie Klingel mp3 im Internet runtergeladen und mit Audacity in ein Mono Wave File mit 8000 kbps gewandelt um den Speicherverbrauch zu minimieren. Der kleine 8bit Atmel Controller hat ja leider nicht so viel Flash. Genau vorgegagen bin ich nach diesem Tutorial.

Dieses Wavefile konnte ich mit dem Tool Audio Encoder in die entsprechende 8bit PCM wandeln. Das Output file ist eine riesig lange Liste an unsinged integer Werten, die man sich schon mal in die Zwischenablage legen kann.

Öffnet man nun die Arduino IDE und installiert die PCM Library findet man das Playback Beispiel. Dieses Beispiel habe ich für meine Bedürfnisse angepasst.

Erstmal musste ich die PCM aus der Zwischenablage direkt in die Software kopieren. Sonst ist das Programm denkbar einfach.

Der Controller ist ständig im Deep Sleep Mode bis ein Taster einen Interrupt auslöst und den Ton abspielt. Easy. Dennoch findet ihr die Infos hier.

So nun stand also auch die Software, aber wenn ich meiner Tochter nen Ardunio an die Wand geklebt hätte, wäre ich nicht ich. Ich wollte ja noch ein schönes Gehäuse aus Holz.


Gehäuse

Vom Bett hatte ich noch etwas Holz übrig. Davon habe ich ein circa 15cm langes Stück abgesägt und mit meinem 35mm Forstnerbohrer an der Standbohrmaschine aufgebohrt.

Um noch etwas mehr Platz zu gewinnen, habe ich mit Schleifpapier und meinem Stemmeisen innen noch etwas mehr Holz abgetragen.

Das Loch für den Taster habe ich direkt mitgebohrt – der musste ja eh irgendwo hin. Um die Hardware, inklusive Batterie und Lautsprecher, unter zubekommen, habe ich mir ein passendes 3D Druckteil entworfen.

Das rote ABS Teil habe ich mit 5 kleinen Schrauben an der Wand befestigt, da ich mir dachte, so ein kleines Kind zieht und drück immer mit voller Kraft. Diese Messing Gewindeeinsätze habe ich schon zu genüge im Monibox Eintrag beschrieben, aber auch hier nutze ich sie um das Holzgehäuse an das 3D Druckteil zu schrauben.

Nun sieht das Ganze so aus. Ich habe noch auf meiner MPCNC ein kleines Namesschild aus Kupfer gefräst – dazu kann ich vielleicht irgendwann mal was schreiben – Genauso wie zu der Hausnummer zum Hausbett.


Irgendwie fehlt noch das Ende… Vielleicht so… Mein Tochter freut sich sehr über die Klingel…Abends wenn wir uns zum Kuscheln ins Hausbett legen wird vorher immer mal geklingelt und der Akku hält jetzt seit 2019.

Die Daten finted ihr bei Thingiverse.com unter

https://www.thingiverse.com/thing:4725222

In diesem Sinne – Frohes Schaffen

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